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Hinweis zur Beschäftigung von Auszubildenden

Aus gegebenem Anlass und auf Grund zahlreicher Anfragen weisen wir auf folgendes hin:

Gemäß § 13 BBiG haben sich Auszubildende zu bemühen, die berufliche Handlungsfähigkeit zu erwerben, die zum Erreichen des Ausbildungsziels erforderlich ist.

 

Sie schulden dem Ausbilder keine Arbeitsleistung im herkömmlichen Sinne.

 

Dadurch entstehen bei Auszubildenden, für den Fall, dass ihnen durch Gründe, die im Verantwortungsbereich des Ausbilders liegen (Bsp: kürzere oder veränderte Öffnungszeiten der Praxis) nicht die gesamte, vertraglich zugesicherte Ausbildungszeit zur Verfügung gestellt werden kann, auch keine „Minusstunden“, die durch Abzug von Ausbildungsvergütung oder Urlaubstagen „verrechnet“ oder in anderer Form „nachgeholt“ werden müssen.

Bei gleicher Rechtsgrundlage ist es ebenso nicht gestattet, den Praxisbetrieb ausschließlich mit Auszubildenden aufrecht zu erhalten, weil die ausgelernten Fachkräfte aktuell nicht oder nicht ausreichend zur Verfügung stehen.

 

 

Kurzarbeit bei Auszubildenden

 

Auszubildenden gegenüber kann in der Regel keine Kurzarbeit angeordnet werden. Der Ausbildungsbetrieb ist dazu verpflichtet, alle Mittel auszuschöpfen, um die Ausbildung weiter zu gewährleisten. Hierbei hat er beispielsweise folgende Möglichkeiten:

 

  • Umstellung des Ausbildungsplans durch Vorziehen anderer Lerninhalte
  • Versetzung in eine andere Abteilung
  • Durchführung besonderer Ausbildungsveranstaltungen
     

Erst wenn alle Möglichkeiten ausgeschöpft sind, kann Kurzarbeit auch für Auszubildende in Frage kommen. Diese Option ist allerdings restriktiv zu handhaben. Sollte Auszubildenden gegenüber Kurzarbeit angeordnet werden, haben sie Anspruch auf Zahlung der vollen Ausbildungsvergütung für mindestens sechs Wochen (§ 19 Abs. 1 Nr. 2 BBiG). Abweichend von der gesetzlichen Mindestdauer können Ausbildungs- und Tarifverträge längere Fristen vorsehen.

 

Die Bundesagentur für Arbeit schreibt aufgrund des Coronavirus zu der Frage "Bekommen auch Auszubildende Kurzarbeitergeld" folgendes (Stand: 26. März 2020):

 

"In bestimmten Fällen können auch Auszubildende Kurzarbeitergeld bekommen. Allerdings erst nach einem Arbeitsausfall von 6 Wochen oder 30 Arbeitstagen. Bis dahin bekommen sie die volle Ausbildungsvergütung.

 

In der Regel sind Auszubildende aber nicht von Kurzarbeit betroffen. Der Ausbildungsbetrieb muss versuchen, die Ausbildung weiter zu ermöglichen, indem er z.B. den Ausbildungsplan umstellt oder Auszubildende in einer anderen Abteilung unterbringt.

 

Wegen des Coronavirus haben viele Betriebe aber kaum eine andere Möglichkeit, insbesondere wenn der Betrieb geschlossen werden muss. In so einem Fall ist Kurzarbeit auch eine Option für Auszubildende.

 

Kurzarbeitergeld kann außerdem ohne weiteres auch für Auszubildende gezahlt werden, die nach Abschluss ihrer Berufsausbildung eine versicherungspflichtige (befristete oder unbefristete) Beschäftigung bei demselben oder einem anderen Arbeitgeber aufnehmen."

 

 

Alle Hinweise auf dieser Seite gelten nicht nur zu Corona-Zeiten, sondern generell.

Ihre Ansprechpartner


Andreas Bachtler
Tel.: 06321 92 84 - 59
E-Mail


Sandra Hoffeld (Mo. + Do. vorm.)
Tel.: 06321 92 84 - 12
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