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Allgemeine Informationen zur Ausbildung der Medizinischen Fachangestellten

Medizinische/r Fachangestellte/r
Seit 1. August 2006 ist eine neue Ausbildungsverordnung in Kraft treten. Die 20 Jahre alte Verordnung über die Ausbildung zur Arzthelferin wurde aufgehoben und durch die neue Ausbildungsverordnung ersetzt, die das Berufsbild an die Erfordernisse einer modernen Patientenversorgung anpassen soll. (Näheres über Zustandekommen usw. finden Sie unter www.bundesaerztekammer.de)

Voraussetzungen
 

  • Freude am Umgang mit Menschen
  • Fähigkeit und Bereitschaft zu verantwortungsvollem Arbeiten
  • Flexibilität, Geschicklichkeit und Einsatzbereitschaft
  • Kontaktfähigkeit
  • Freude und Interesse am Arbeiten im Team
  • Bereitschaft zu gründlichem Lernen
     

Schulbildung
 

  • bevorzugt Realschulabschluss
  • oder sehr guter Hauptschulabschluss
     

Berufsausbildungsvertrag
Spätestens vor Beginn der Ausbildung muss der Berufsausbildungsvertrag schriftlich abgeschlossen und zur Eintragung in das Verzeichnis der Ausbildungsverhältnisse bei der Bezirksärztekammer Pfalz eingereicht werden.

Der Beginn des Ausbildungsverhältnisses soll nicht vor dem 1. Juli und nicht nach dem 30. September eines Jahres liegen (bei Vertragsbeginn innerhalb des Zeitraumes ab 1. Oktober bis 31. Januar können die Auszubildenden nicht mehr in die Sommerprüfung, sondern müssen an der Winterprüfung teilnehmen).

Vertragsformulare:
Die Vertragsformulare, die vom Bundesinstitut für Berufsbildung einheitlich beschlossenen sind, sowie die dazu gehörenden Unterlagen erhalten Sie bei der Bezirksärztekammer Pfalz und als Download:

Berufsausbildungsvertrag
Anlagen zum Berufsausbildungsvertrag
Ausfüllhilfe zum Berufsausbildungsvertrag

Folgende Anlagen zum Berufsausbildungsvertrag müssen zwingend mit eingereicht werden:
 

  • Ausbildungsrahmenplan
  • Antrag gem. § 36 BBiG auf Eintragung des Berufsausbildungsvertrages / Eignungsfeststellung
  • Schulabschlusszeugnis (bzw. Halbjahreszeugnis) in Kopie
  • Nachweis über die durchgeführte Jugendarbeitsschutzuntersuchung
    sofern die Auszubildende zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses noch nicht das 18. Lebensjahr vollendet hat.


Ausbildung
Die Berufsausbildung erfolgt im dualen System, d. h., der praktische Teil in der Arztpraxis (der zu vermittelnde Stoff der innerbetrieblichen Ausbildung ist im Ausbildungsrahmenplan geregelt) und die theoretische Ausbildung in der Berufsbildenden Schule. Der schulische Stoff ist im Rahmenlehrplan geregelt.

Ausbildungsdauer
Die reguläre Ausbildungszeit beträgt drei Jahre.
Dabei wird Vollzeittätigkeit vorausgesetzt = 38,5 Stunden inkl. Schulbesuch.

Ausbildungsvergütung zur Zeit:
1. Ausbildungsjahr: 730,00 €
2. Ausbildungsjahr: 770,00 €
3. Ausbildungsjahr: 820,00 €

Probezeit
Die Probezeit beträgt vier Monate.

Wichtiger Hinweis!
Gemäß § 20 BBiG darf die Probezeit höchstens 4 Monate betragen.
Es ist demnach nicht möglich, die Probezeit für Auszubildende zu verlängern.

Ausbildungsnachweis / Berichtsheft:
Während der gesamten Ausbildungszeit muss von der Auszubildenden regelmäßig ein Ausbildungsnachweis in Form eines Berichtsheftes geführt werden. Die Berichte müssen von Hand geschrieben sein und sollen stichpunktartig die Tätigkeiten in der Praxis wiedergeben.

Die Themenbereiche sind entsprechend des Ausbildungsrahmenplanes vorgegeben. Sofern bestimmte Gebiete innerhalb der Praxis nicht praktisch vermittelt werden können, sind diese zumindest theoretisch zu vermitteln. Über die theoretische Unterweisung ist zu berichten.

Der Berufsbildungsausschuss hat im Jahr 2014 Hinweise zum Ausfüllen des Berichtshefts erstellt. Diese finden Sie als Download unter Berichtsheft ausfüllen sowie Berichtsheft ausfüllen 1.

Der Ausbilder seinerseits ist verpflichtet, das Berichtsheft in regelmäßigen Abständen zu kontrollieren und dies durch seine Unterschrift jeweils mit dem entsprechenden Datum versehen zu bestätigen. Ein vierwöchiger Rhythmus wird empfohlen.

Wichtig!
Das ordnungsgemäß geführte Berichtsheft ist eine der Zulassungsvoraussetzungen zur Abschlussprüfung.

Das Berichtsheft ist nur dann ordnungsgemäß geführt, wenn alle Themenbereiche behandelt wurden. Das Berichtsheft muss mit der Anmeldung zur Abschlussprüfung bei der Bezirksärztekammer Pfalz abgegeben werden. Die frühzeitige Abgabe mit der Anmeldung zur Prüfung rechtfertigt jedoch nicht, dass einzelne Themenbereiche nicht behandelt werden.

Zwischenprüfung
Die Zwischenprüfung für Medizinische Fachangestellte erfolgt nach 18 Monaten.

Abschlussprüfung
Für Medizinische Fachangestellte:
Die dreijährige Ausbildung schließt mit einer Abschlussprüfung vor einem Prüfungsausschuss der Ärztekammer ab.

Verkürzungsmöglichkeiten
I. Verkürzung von ½ Jahr:
bei einer fachverwandten Ausbildung von mindestens 1 Jahr

Verkürzung von 1 Jahr:
a) mit abgeschlossener Ausbildung in einem fachverwandten Vorberuf
b) Abiturienten/-innen (nur Allgemeine Hochschulreife!)
c) von der Agentur für Arbeit anerkannte Umschulungsmaßnahme

In den vorstehenden Fällen muss die Verkürzung vor Beginn des Ausbildungsverhältnisses beantragt werden.

II. Verkürzung um ½ Jahr aufgrund Leistungsbonus
Bei einem Gesamtnotendurchschnitt des berufsbezogenen Unterrichts (Lernfelder 1 - 8) von mindestens 2,0 im Zeugnis des 2. Ausbildungsjahres und keine Mängel in der Zwischenprüfung; die Beurteilung durch den ausbildenden Arzt muss ebenfalls mindestens der Note 2,0 entsprechen.

Die Fristen für die Antragstellung auf Verkürzung sind:
für die Sommerprüfung: spätestens am 31. Dezember des Vorjahres
für die Winterprüfung:   spätestens am 15. August des laufenden Jahres

Anträge, die nach diesen Fristen eingehen, können aus organisatorischen Gründen nicht mehr berücksichtigt werden!!!

Die Antragstellung muss gemeinsam durch Ausbilder und Auszubildende erfolgen. Dem Antrag muss eine beglaubigte Kopie des Schulzeugnisses (Ende 2. Ausbildungsjahr) beigefügt werden, aus dem die Noten der Lernfelder 1-8 hervorgehen.


Kündigung bzw. Beendigung des Ausbildungsverhältnisses
Während der Probezeit kann das Berufsausbildungsverhältnis jederzeit ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist und ohne Angabe von Gründen gekündigt werden.

Nach Beendigung der Probezeit kann das Berufsausbildungsverhältnis nur gekündigt werden:
 

  • Aus einem wichtigen Grund und ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist.
  • Hinweis:
    Eine Kündigung aus wichtigem Grund ist unwirksam, wenn die ihr zugrundeliegenden Tatsachen dem zur Kündigung Berechtigten länger als 2 Wochen bekannt sind.
  • Von der Auszubildenden mit einer Kündigungsfrist von 4 Wochen, wenn sie die Berufsausbildung ganz aufgeben oder sich für eine andere Berufstätigkeit ausbilden lassen will.
  • Im beiderseitigen Einvernehmen, wobei ein schriftlicher Auflösungsvertrag erforderlich ist.
     

Die Kündigung bedarf der Schriftform.

Wichtig!
Nach Kündigung bzw. Auflösung des Ausbildungsverhältnisses benötigt die Bezirksärztekammer Pfalz eine schriftliche Mitteilung, zu welchem Termin genau das Ausbildungsverhältnis beendet wurde.


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